Ökostahl dank Biomasse

Zehn Prozent des Weltenergiebedarfs ließen sich ohne weiteres durch Biomasse decken, errechnete. der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen. Dass Biomasse auch in kleineren Energieerzeugungsanlagen eine ökologische Alternative ist, will die Machbarkeitsstudie des Unternehmens Nockemann & Klein GmbH & Co zeigen. Projektkoordinator Till Eckardt will mit einem Expertenteam eine Versuchsanlage mit einer Leistung von 400 Kilowatt in Betrieb nehmen. In diesem Ofen wird Biomasse in Form von Holzabfällen aus der Region verfeuert. Die entstehenden Gase heizen den Stahlofen zur Produktion von Federbandstahl auf die erforderlichen 900 Grad auf. Ist die Anlage erfolgreich, ließen sich jährlich über 150 Tonnen CO2 einsparen.

Klimaneutrale Produkte für den weltweiten Vertrieb

In einem zweiten Schritt soll die Biomasse-Anlage auch elektrische Energie für den Betrieb der Gebäudeheizung und der Warmwasseraufbereitung liefern. Ob das funktioniert, untersucht das Fraunhofer-Institut im Rahmen einer Studie. Ziel des Unternehmens ist es, den Stahl künftig mit Hilfe von erneuerbaren Energien vollkommen klimaneutral zu produzieren und unter dem griffigen Namen „Ökostahl aus Leppetal“ weltweit zu vertreiben. In Zukunft will Nockemann & Klein rund 20.000 Liter Heizöl pro Winter einsparen, indem die Firma Holz aus Ästen, Brettern, Baumstämmen oder defekten Euro-Paletten verfeuert. Ergebnisse aus der Studie werden veröffentlicht, sodass auch andere Unternehmen davon profitieren können.

Zur Institution: Die Nockemann & Klein GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Unternehmen aus dem Leppetal (Marienheide, Bergisches Land), das sich seit über 75 Jahren mit der Fertigung von Federbandstählen beschäftigt. Diese finden zum Beispiel Verwendung in Kompassnadeln, Maßbändern, Stoßdämpfern, Uhrwerken sowie in Lauf- und Triebwerken. Die Herstellung von Federbandstahl ist mit einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 300.000 Kilowattstunden Strom sehr energieintensiv.

Zuhause im Bergischen Land: die Firma Nockemann & Klein in Marienheide.
Projektdaten im Überblick
Projekttitel:
Machbarkeitsstudie und Anlagenkonzept für eine Biomasseanlage

Projektschwerpunkte:
Technik

Start/Ende:
Anfang 2010 / Ende 2011

Projektsumme:
Zirka 86.000 Euro