Nachhaltig sanieren, Nachahmer animieren

Köln, Senefelder Straße 44 bis 48. Der Häuserblock ist sichtlich in die Jahre gekommen. Die Fenster undicht, von Isolierung keine Spur. Kein seltener Anblick in der Stadt Köln, wo viele Wohnblocks veraltet sind und den modernen energetischen Standards nicht mehr entsprechen. Doch auch wenn es nicht so aussieht – dieses Mietshaus in Ehrenfeld gibt ein Beispiel für die klimaschonende Sanierung von Bestandsbauten.
In einem ersten Projektschritt (GAG-Projekt Nachhaltiges Bauen im Bestand) untersuchten Experten das Gebäude vor dem Hintergrund aktueller umwelt- und energiepolitischer Vorgaben und entwickelten sieben verschiedene Sanierungsmodelle unter ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Gesichtspunkten. Die Modelle wurden anschließend einer Vergleichsanalyse mit verschiedenen Kriterien unterzogen. Als bestes Konzept hat sich ein Sanierungsmodell erwiesen, das erhaltenswerte Bausubstanz mit einem neuen Anbau und neuer Technik wie zum Beispiel einer Holzpellets-Heizung verbindet.


Der zweite Teil des Projektes befasst sich mit der  konkreten Sanierung. Sämtliche Arbeiten in der Senefelder Straße werden fachlich und wissenschaftlich begleitet, dokumentiert und fließen in ein Klimaschutz- und Nachhaltigkeitskonzept ein. Ziel ist nicht nur, den Wohnblock in für den Klimaschutz bestmöglicher Weise zu sanieren. Es gilt darüber hinaus, eine Beispielsanierung für Hausbesitzer mit ähnlichen Immobilien zur Verfügung zu stellen – als „Demonstrationsprojekt Nachhaltigen Bauens“. Dazu ist unter anderem eine detaillierte Kommunikation der Projektergebnisse auf Veranstaltungen oder im Internet geplant – darunter auch ein praxisorientiertes Online-Handbuch „Nachhaltige klimaeffiziente Sanierung im Bestand“. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten profitieren von diesem Projekt also nicht nur Mieter, Vermieter und das Klima. Auch viele andere Bestandsbauten können anhand der Projektergebnisse zielgerichtet saniert werden.

Zum Unternehmen:  Die GAG Immobilien AG hat als größte Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Köln schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein erhebliches Interesse an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Daher betreibt und unterstützt sie schon seit mehreren Jahren entsprechende Wohnungsbauprojekte. So wurde 2007 in Zusammenarbeit mit dem NRW-Wirtschafts- und Energieministerium in Köln-Niehl das bis dato größte Wohnungsbauprojekt mit Erdwärmeversorgung in Deutschland gestartet. In Köln-Ossendorf versah die Wohnungsbaugesellschaft in den Jahren 2006 und 2007 eine Siedlung von 144 Wohnungen mit Photovoltaikmodulen und Pelletsheizungen. Ferner wurden 100 Dächer von GAG-Häusern mit Photovoltaikanlagen bestückt. Die Kölner GAG-Solarsiedlung in Köln-Ossendorf erhielt den 1. Preis des Bundeswettbewerbs „Energiebalance“. Vorbildlich auch: Im Fuhrpark der GAG Immobilien AG stehen nicht nur Autos, sondern auch 80 Fahrräder zur Verfügung.
http://www.gag-koeln.de/

Kurz vor Baubeginn: Die Sanierung des Wohngebäudes wird Schritt für Schritt dokumentiert. Die Erfahrungen fließen in ein praxisorientiertes Online-Handbuch ein.
Projektdaten im Überblick
Projekttitel:
Demonstrationsprojekt Nachhaltiges Bauen im Bestand – Klimaeffiziente Sanierung im Bestand. Ein Pilotprojekt am Beispiel des Gebäudes Senefelderstraße 44-48

Projektschwerpunkte:
Technik

Start/Ende:
September 2012 - April 2016

Projektsumme:
248.858 Euro