Stadthaus statt aus der Stadt raus

Familientauglicher und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum mitten in der Stadt ist rar. Deshalb bauen junge Familien oft vor den Toren der Stadt und werden damit unfreiwillig zu Pendlern. Die Baugruppe „Sülzer Freu(n)de“ geht neue Wege: Auf dem Gelände des ehemaligen Kölner Kinderheims am Sülzgürtel entsteht ein Wohnkomplex für 16 Wohneinheiten. Inzwischen ist der Rohbau vollendet, das Richtfest gefeiert und der Einzug ist für Anfang 2012 geplant. Das Besondere: Im Alltag weniger genutzte Räume wie Gästezimmer, Hobbyräume oder auch die Spielflächen für Kinder sowie die Gärten nutzen die Familien – ganz im Sinne der KlimaKreis Köln-Förderung – gemeinschaftlich und sparen so im Schnitt 30 Prozent Fläche im Vergleich zu einem Reihenhaus ein. Innerstädtisches Wohnen wird für Familien erschwinglich und klimaschädigende Pendlerfahrten ins Umland sowie die Versiegelung von Fläche durch Neubauten entfallen.

Modernste Haustechnik spart große Mengen CO2 ein

Indem die Bauherren Flächen gemeinschaftlich nutzen, sparen sie Raum, Geld und Ressourcen ein. Zudem kombinieren sie nachhaltige und klimaschonende Maßnahmen und reduzieren dadurch Schadstoffemissionen. Die Wohnungen verfügen über moderne Lüftungsanlagen mit hoch effizienter Wärmerückgewinnung. Eine thermische Solaranlage und ein Pelletkessel erzeugen die zusätzlich benötigte Wärme. Der Komplex wird damit zum bislang größten Passivwohnhaus in Köln. Über einen Zeitraum von 35 Jahren sparen die 16 Parteien weit über 700 Tonnen CO2 ein.

Erfahrungen für breite Öffentlichkeit zugänglich

Von dem zukunftsfähigen Baukonzept profitieren nicht nur die Bewohner und das Klima, sondern alle: Der KlimaKreis Köln fördert ein umfangreiches Kommunikationskonzept, mit dem die Erfahrungen an Städte und Gemeinden, Bauherren, Handwerker oder Studenten weitergegeben werden. Geplant sind unter anderem eine Internetseite, Seminartage, eine Ausstellung sowie die Möglichkeit zum „Probewohnen im Passivhaus“. Darüber hinaus wollen die „Sülzer Freu(n)de“ am jährlich bundesweit stattfindenden „Tag des offenen Passivhauses“ die Kölner einladen, einen Blick in die Wohnungen zu werfen und sich mit der Baugruppe auszutauschen.

Zur Baugruppe: Die Baugruppe „Sülzer Freu(n)de Planungsgesellschaft bR“ besteht aus 16 privaten Bauherren mit 29 Erwachsenen und rund 24 Kindern. Alle wohnen bereits im Umfeld des geplanten Objekts und haben das Ziel, beispielgebend bezahlbaren, klimafreundlichen Wohnraum in der Stadt zu schaffen.

Gemeinsam Gärtnern: Grün- und Spielflächen nutzen die Sülzer Freu(n)de gemeinschaftlich.
Projektdaten im Überblick
Projekttitel:
Neues Wohnen in Köln – ein Konzept mit Beispielwirkung

Projektschwerpunkte:
Umweltpädagogik/Kommunikation

Start/Ende:
Ende 2010/Anfang 2017

Projektsumme:
zirka 302.000 Euro