Was kann ich werden? Orientierung in Zukunftsberufen

Die Beschäftigtenzahlen im Bereich erneuerbare Energie haben sich in Deutschland zwischen 2004 und 2010 mehr als verdoppelt und liegen bei 367.000 Personen – Tendenz weiter steigend. Europaweit werden in der Branche laut einer EU-Studie bis 2020 sogar 2,3 bis 2,8 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Um jungen Menschen Informationen über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in diesem Gebiet zu geben, etabliert der Wissenschaftsladen Bonn in Kooperation mit dem Klaus Novy Institut Köln nun mit Hilfe des KlimaKreises Köln die „Allianz für Zukunftsberufe – Berufsorientierungs- und Ausbildungsnetzwerk für erneuerbare Energien“. Zielgruppen sind Abschlussklassen im Raum Köln/Bonn und Schüler der Sekundarstufe I und II.

Internetprojekte und Exkursionen treffen Nerv der Jugendlichen

Zahlreiche Maßnahmen setzte die Projektgruppe bereits um. Dazu zählen zum Beispiel eine Broschüre „Zukunftsberufe Erneuerbare Energien“, Unterrichtsbausteine, Informations- und Beratungsworkshops, Girls-Day-Erkundungstouren, Schüler-Projekttage und die Internetplattform www.zukunftsberufe-ee.de. Dort stehen unter anderem wichtige Infos zu Messen, Publikationen zum Download und ein „Planspiel Windkraftkonflikt“. Unter www.taste-ee.de können Interessierte außerdem in einem digitalen „Self-Assessment-Verfahren“ testen, ob ihre Interessen und Fähigkeiten zu den Anforderungen passen, die in diesem Berufsfeld gefragt sind. Die Ergebnisse kommen mittlerweile nicht nur jungen Menschen in der Region zugute, sondern auch im Ruhrgebiet und in ganz Nordrhein-Westfalen. Seit Start des Projekts hat sich der Bedarf an Informationen über die Zukunftsberufe in der Branche noch deutlicher herauskristallisiert und Fachkräfte sind rar.

Zu den Institutionen: Der Wissenschaftsladen Bonn e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 1984 von Studenten ins Leben gerufen wurde. Das Vorbild stammt aus den Niederlanden, wo Wissenschaftsläden schon seit den 1970er Jahren eine Schnittstelle zwischen Hochschulen und der Gesellschaft bilden. Ziel ist der gegenseitige Wissens- und Informationsaustausch: Bürger geben Impulse aus ihrem Alltag und stoßen damit neue Forschungen an. Die wissenschaftliche Forschung gibt im Gegenzug ihre Erkenntnisse zielgruppengerecht an die Bevölkerung weiter. So lernen Kinder beispielsweise beim „Umwelt-Theater Unverpackt“ spielerisch, welche Auswirkungen Mobilität auf die Umwelt hat und was ökologisches Wohnen bedeutet. Der Wissenschaftsladen Bonn e.V. ist mit rund 30 Mitarbeitern der Größte in Europa. Schwerpunkte der Arbeit liegen im Bereich Arbeitsmarkt und Qualifizierung und im Problemfeld Umwelt und Gesundheit.

http://www.wilabonn.de


Das Klaus Novy Institut mit Sitz in Köln wurde 1983 gegründet und versteht sich als außeruniversitäres Forschungsinstitut. Es beschäftigt sich mit sozioökonomischen Themen und Fragen der Gestaltung einer nachhaltigen, umweltorientierten Wirtschaft. Es nutzt seine langjährige Beobachtung des Umweltmarktes sowie aktuelle Studien zur Umsetzung einer Berufsbildung für Nachhaltigkeit im Bereich des Handwerks (Wissenslandkarte) und im Bereich der erneuerbaren Energien.

http://www.kni.de

Auftaktdiskussion: Der Wissenschaftsladen erstellt Wegweiser für Schüler in zukunftsträchtige Berufe im Bereich erneuerbare Energien.
Projektdaten im Überblick
Projekttitel:
Allianz für Zukunftsberufe – Berufsorientierungs- und Ausbildungsnetzwerk für erneuerbare Energien

Projektschwerpunkte:
Bildung

Start/Ende:
Anfang 2010/Mitte 2012

Projektsumme:
Zirka 455.000 Euro